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Ein
offener Brief von betroffenen Frücheneltern an die Frühchenstation
Vom
natürlichen Umgang mit frühgeborenen Kindern
Vermeidung
einer Frühgeburt
> 1. Eigene Erfahrungen in der Folgeschwangerschaft
2. Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen
3. Der Scheiden-pH-Wert Selbsttest
4. Bücher zur Thematik Schwangerschaft und Geburt
Literatur
Links
Kontakt
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Vermeidung
einer Frühgeburt
1. Eigene Erfahrungen
in der Folgeschwangerschaft
Unsere erste Schwangerschaft
mit Pascal endete bereits wenige Tage nach der vollendeten 26. Schwangerschaftswoche.
Ursachen die in unserem Fall zur Frühgeburt führten sind unbekannt
geblieben. Weder beim Kind noch bei der Mutter konnte eine Ursache gefunden
werden.
Im Vorfeld der Folgeschwangerschaft
waren wir auf der Suche nach einer Klinik die ein Konzept der sanften
Pflege für Frühgeborene (möglichst nach Dr. Marina Marcovich)
verfolgt, da wir nicht sicher eine weitere Frühgeburt ausschließen
konnten. Wir wollten zumindest diesmal vorbereitet sein. Wir erwogen damals
für die Folgeschwangerschaft unseren Wohnort notfalls vorübergehend
zu verlegen. Nach reiflicher Überlegung haben wir unsere Strategie für
die Folgeschwangerschaft dann geändert. Wir haben uns entschieden alles
auf die Vermeidung einer Frühgeburt zu setzen und vor allem wollten wir
jeglichen Stress vermeiden. Wir haben daher von einem Wohnortswechsel
abgesehen denn ein neues Umfeld, fehlende Familien- und Freundesstrukturen
wären aus unserer Sicht ebenfalls ein Streßfaktor gewesen.
Nachdem eine neue
Schwangerschaft eingetreten war, übernahm eine Hebamme (die sich speziell
um Problemschwangerschaften kümmert) die Betreuung. In der 25./26.
SSW traten vorzeitige Wehen (hohe Anzahl pro Tag mit häufiger Regelmäßigkeit)
sowie eine vorzeitige Reifung des Muttermundes auf. Von da an entschieden
wir uns bewußt zur strengen Liegeruhe zuhause. Die
Lage war insofern brisant, da sich das Kind bereits in Schädellage
befand und durch seine Bewegungen gegen den Muttermund drückte. "Erschwerend"
kam hinzu, dass das von Natur aus weiche Gewebe eine schnelle, leichte
Geburt vermuten ließ, die es zu verhindern galt. Daher war ab sofort
strenge Liegeruhe notwendig (d.h. Aufstehen nur um zur Toilette zu gehen).
Zusätzlich lagerten wir das Becken bzw. den Po hoch um den Druck
nach unten zu mindern und wir hielten uns absolut streng daran! Weiterhin
übernahm die Hebamme fortan die Vorsorge bei den Hausbesuchen. Da
uns die Fahrt zum Arzt zu anstrengend und risikoreich war, verzichteten
wir ganz darauf. Unsere
Beweggründe zu Hause zu bleiben waren, dass wir großen Wert
auf Ruhe und die weitere individuelle Betreuung durch unsere Hebamme legten.
Diese widmete sich zudem in besonderer Weise unserer seelischen Unterstützung
sowie unterstützte uns in der naturheilkundlichen und homöopathischen
Behandlung. Durch die strenge Liegeruhe traten durch die mangelnde Bewegung
auch Verdauungsstörungen auf. Als dann eine Verstopfung eintrat äußerte
sich das (leider auch noch nachts) durch Magenschmerzen, Erbrechen (die
Speisen wurden nicht mehr an den Darm weitergegeben) und Darmschmerzen.
Wir telefonierten daraufhin unverzüglich mit unserer Hebamme die
uns auch hier weiterhelfen konnte. Dies war die einzigste Ausnahme wo
wir auf ein schulmedizinisches Medikament (Glycilax-Zäpfchen)
sowie eine pflanzliche Tinktur (Iberogast) zurückgriffen.
Nach diesem Vorfall nahmen wir in der Folge bewußt verdauungsfördernde
Lebensmittel (siehe weiter unten im Punkt »Achten auf die Darmtätigkeit«)
mit deren Hilfe die Verdauung auch während der strengen Liegeruhe
bis zum Ende der Schwangerschaft relativ gut funktionierte.
Eine medikamentöse
Infusionstherapie (Tokolyse) mit sogenannten Fenoterolpräparaten
(wie z.B. Partusisten) zur Wehenhemmung bzw. Ruhigstellung der Gebärmutter
kam für uns nicht in Frage, unter anderem auch aufgrund der Nebenwirkungen
(Zitat aus Bittere Pillen 70. Auflage: "Wichtigste Nebenwirkungen
von Partusisten: Unruhe, Zittern, Herzklopfen, Übelkeit, Kopfschmerzen,
Schwindel, Lungenödem (Flüssigkeitsansammlung in der Lunge)
möglich). Ein weiterer Grund war der Folgende: Zitat aus [Schul96]:
"Trotz der massenhaften Anwendung des Partusistens, dieses Medikamentes
der Extraklasse, sank überraschenderweise die Frühgeborenenrate
in der BRD nicht, wie spätere Studien bewiesen." Eine
Cerclage (hierbei wird der Muttermund mechanisch verschlossen) konnten
wir uns aus dem Gefühl heraus nicht vorstellen. Das Risiko die Cerclage
im Ernstfall nicht schnell genug entfernen zu können, und die damit
möglicherweise verbundenen schweren Komplikationen, war uns zu groß.
Auch nahmen wir keine Kortisonpräparate (Glukokortikoide) welche
angeblich die Lungenreife des Kindes beschleunigen sollen.
Nach 11 Wochen strenger
Liegeruhe erblickte Ende Februar unsere Tochter in der 37. SSW bei einer
Hausgeburt gesund das Licht der Welt. Wir haben in Bezug auf Schwangerschaft
und Geburt unseres Kindes der ganzheitlich orientierten Betreuung den
Vorrang gegeben und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir haben die
"technische" Überwachung in den Hintergrund gestellt. Diese Entscheidung
resultierte aus den von uns auf der Frühgeborenenintensivstation gemachten
Erfahrungen. Ebenso konnten wir unseren Anspruch an Ruhe und Nähe zu unserer
Tochter nach der Geburt verwirklichen.
Die folgend genannten
Punkte bzw. Maßnahmen haben aus unserer Sicht zur Vermeidung einer
Frühgeburt beigetragen:
- Frühzeitige
Betreuung von einer Hebamme
Dadurch
hat man eine kompetente Ansprechpartnerin, mit der man auftauchende Fragen
während der Schwangerschaft besprechen kann. Das
eine oder andere Mal waren wir uns unsicher wie so manches "ziehen
und drücken" im Bauch einzuordnen ist. Unsere Hebamme war jederzeit
für uns erreichbar und so konnten unsere Fragen auch am späten
Abend oder Wochenende geklärt werden. Für
wichtig halten wir das ganz persönliche Vertrauensverhältnis,
d.h. die "Chemie" zwischen der Schwangeren und der Hebamme sollte
stimmen. Was sich für uns später als vorteilhaft erwies war,
dass "unsere" Hebamme auch Hausgeburten durchführt. So
hatten wir bis zum Schluss die Möglichkeit zur Wahl zwischen einer
Klinik- oder Hausgeburt.
- Das eigene Gefühl
ernst nehmen und auf vorzeitige Wehen achten
Das eigene Gefühl sagte uns schon häufig, ob wir etwas noch
als gut oder ungut empfanden. Im Falle "ungut" konnten wir dies
dann mit der Hebamme besprechen. Bei vorzeitigen Wehen ist es wichtig
zu wissen, dass diese nicht schmerzhaft sind sondern dass es auf die Häufigkeit
und Regelmässigkeit ankommt. Wehen sind laut Schulz-Züllich
(siehe Kapitel 2) erst schmerzhaft, wenn der Muttermund schon etwa 3 cm
offen ist. Ingeborg Stadelmann beschreibt in ihrem Buch »Die Hebammen-Sprechstunde«
Zitat: "Als normal kann ein zehnmaliges Üben am Tage bezeichnet
werden. Spätestens, wenn 20 solcher Kontraktionen oder mehr pro Tag
auftreten, sollte eine schwangere Frau ihren Arzt aufsuchen und
es ihm mitteilen. Es muß dann kontrolliert werden, ob die Wehentätigkeit
Veränderungen am Muttermund bewirkt hat und möglicherweise eine
Frühgeburt droht. Häufig bestätigt sich das nicht. Sie
können sehr gut feststellen, ob Sie solche frühzeitigen Wehen
haben, denn der Bauch fühlt sich dann immer ganz kugelig und hart
an. Das Gefühl bleibt ungefähr 40 Sekunden, dann wird er Bauch
wieder weich." Zur Bestätigung der Selbstimtersuchung kann
man sich vom Arzt oder von der Hebamme auch beschreiben (und evt. zeigen)
lassen wie sich der Muttermund gereift und nichtgereift anfühlt.
Susun S. Weed beschreibt in dem Buch »Naturheilkunde für schwangere
Frauen und Säuglinge« die Reife des Muttermundes wie folgt.
Zitat : " Bevor die natürliche Wehentätigkeit beginnt,
muss die Zervix [Gebärmutterhals und Muttermund; Anm.] »reifen«.
Deine Finger können dir sagen, ob es soweit ist. Vorher fühlt
der Muttermund sich wie deine Nasenspitze an, wenn er »reift«,
wird er weicher, eher zungenartig."
- Vermeidung
von Stress und Einhaltung des individuellen Ruhebedürfnisses
(Umschreibung mit dem Wort "Zuviel", siehe Kapitel 2.
Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen). Dies kann z.B. bei arbeitenden
Schwangeren der Wechsel auf Teilzeit bedeuten, oder dass man sich eine
Haushaltshilfe organisiert (wird von der Krankenkasse bezahlt, wenn der
Arzt ein Attest ausstellt. Je nach Krankenkasse ist es mit mehr oder weniger
großem bürokratischem Aufwand verbunden). Unterstützung
suchen bei der Betreuung der Geschwisterkinder, oder die Renovierung der
Wohnung eventuell auf später verschieben, d.h. Prioriäten setzen.
-
Die Lösung auch von sogenannten "kleinen" Konflikten
Z.B. Probleme in der Partnerschaft, mit der Rollenverteilung oder
mit dem Umfeld; falls es keine Lösung des Problems gibt überlegen
ob die Wichtigkeit wirklich so groß ist oder sich eine Vertrauensperson
suchen mit der man sich aussprechen kann.
-
Positive Grundeinstellung in Form von "Gedankenarbeit"
Das bedeutet sich einen oder mehrere positive Sätze zu überlegen,
die man in Gedanken oder laut sich vorsprechen kann. Zum Beispiel: meine
Schwangerschaft dauert 40 Wochen und ich bekomme ein gesundes Kind. Mein
Kind und ich sind gesund und fühlen uns wohl. Unbedingt zu vermeiden
sind Sätze mit den Wörtern nicht oder kein (z.B. ich habe keine
Frühgeburt). Das hat durchaus etwas von Selbstsuggestion, aber wenn's
hilft... warum nicht?!
-
Achten auf die Verdauung
Durch die mangelnde Bewegung kann es bei strenger Liegeruhe in der
Schwangerschaft durchaus zu Verdauungsstörungen kommen. Bei auftretendem
Durchfall muss sofort reagiert werden, da dies die Gebärmutter
zu echten Wehen anregen kann. Hierbei sollte unbedingt die Hebamme und/oder
Arzt/Ärztin befragt werden. Aber auch Verstopfung sollte man entgegenwirken.
Zitat aus »Die Hebammen-Sprechstunde« von Ingeborg Stadelmann:"Bei
einer angeblichen Schwangerschaftsverstopfung - die meist keine echte
ist (Darmträgheit), aber der Darminhalt durch den mangelnden Platz
oder die Lage des Kindes in seinem Volumen beeinträchtigt ist - versucht
der Darm durch verstärkte Peristaltik (Darmbewegung) seine Funktion
aufrecht zu erhalten. Dadurch aber wird die Uterusmuskulatur (Gebärmutter)
angeregt und reagiert mit einer vermehrten Kontraktionstätigkeit
(Muskelkrämpfen)." Verstopfungen kann man entgegewirken
mit folgend genannten Lebensmitteln (die Dosierungsangaben entsprechen
unseren eigenen Erfahrungen):
- eingeweichte Trockenpflaume (hier ist Vorsicht geboten, da zuviel auch
zu Durchfall führen kann; am besten mit einer Pflaume anfangen, diese
über Nacht einweichen und am nächsten Morgen essen, die Menge
hat sich in unserem Fall auf drei pro Tag eingependelt)
- Weizenkleie (wirkt erst nach 2 - 3 Tagen und man muss viel dazu triken
sonst kann es verstopfend wirken; die Menge ist auch hier individuell
und man kann Weizenkleie z.B. mit Müsli oder Jogurt zu sich nehmen)
- Milchzucker (kann man z. B. in Tee auflösen, auch hier sollte man
sich an die richtige Menge herantasten, Dosierunganleitung auf der Verpackung)
-
Meidung von bestimmten Kräutern die vorzeitige Wehen begünstigen
können
Zitat aus »Die Hebammen-Sprechstunde« von Ingeborg Stadelmann:
"Um vorzeitige Wehen, sogenannte Trainingswehen, wilde Wehen oder
Kontaktionen zu vermeiden, rate ich den werdenden Müttern bis zur
36. Schwangerschaftswoche folgende Kräuter nicht zu verwenden, auch
nicht als ätherisches Öl, weder in der Duftlampe noch in Massageölen:
Basilikum, Ingwer, Nelke, Verbena (Eisenkraut) und Zimt, Campfer, Japanische
Minze und Thuja. Die deutsche Minze kann unter vorsichtiger Anwendung
ausprobiert werden. Vor allem Gewürzen Ingwer, Kardamom, Nelke, Oreganum
und Zimt sollten Schwangere vorsichtig sein, denn diese sind campferhaltig
und somit wehenauslösend. In der Adventszeit sind diese in vielen
Teemischungen und Lebkuchen zu finden". Die wehenfördernde
Wirkung von Lebkuchen können wir bestätigen. Gut geholfen haben
uns hierbei die in dem oben genannten und sehr empfehlenswerten Buch von
Ingeborg Stadelmann beschriebenen Schwangerschaftstees. Insbesondere sollte
man bedenken, dass manches Gewürz in Gewürzmischungen und Fertigprodukten
enthalten sein kann (z.B. italienischen Kräuter in Tomatensauce oder
auf Pizza, Zimt in Apfelstrudel).
-
Die Aufstellung eines Geburtsplanes
Wir empfanden es beruhigend einen Geburtsplan bereit zu haben in dem unsere
Vorstellungen und Forderungen zur Geburt und Versorgung des Kindes formuliert
waren. Er vermittelte uns innere Sicherheit in evt. kommenden schwierigen
Situationen klarer entscheiden zu können, da man dann möglicherweise
unter großem Zeitdruck stehen kann. Zumal, so glauben wir, ist es
so auch für das medizinische Personal besser ersichtlich welche Haltung
man zu bestimmten medizinischen Maßnahmen hat. Sehr informativ und
hilfreich empfanden wir die folgend genannten Bücher, in denen Zusammenhänge
und mögliche Folgen verschiedener Eingriffe aufgezeigt werden (z.B.
kann eine PDA eine Saugglockengeburt notwendig machen, welche wiederum
einen Dammschnitt notwendig macht). Buchtipps: Sheila Kitzinger »Schwangerschaft
und Geburt« und das Buch »Kaiserschnitt - Narben an
Seele und Bauch« von Theresia Maria de Jong / Gabriele Kemmler.
-
Zeitpunkt der Folgeschwangerschaft
Nach dem frühen Tod unseres Sohnes stellte sich die Frage für
uns, wann wir in eine erneute Schwangerschaft starten sollten. Im Nachhinein
wurde uns klar, dass es für uns sehr hilfreich war abzuwarten und
das Geschehnis erst einmal zu "verdauen". In unserem Fall dauerte
das ca. 7-8 Monate. Vom Gynäkologen wurde uns zu einer baldigen erneuten
Schwangerschaft geraten. Unsere Hebamme dagegen riet uns, sich mit der
Folgeschwangerschaft »Zeit« zu lassen. Wir halten es für
die Schwangerschaft und für das Verhältnis zum nachfolgenden
Kind für wichtig, zu versuchen die beiden Kinder gedanklich zu trennen
bzw. auf die Problematik vorbereitet zu sein. Es besteht die Gefahr, das
weitere Kind bzw. Schwangerschaft als »Ersatz« zu empfinden.
Wir sehen das insofern als belastend, da man weder sich selbst, dem »verlorenen«
Kind noch dem heranwachsenden Kind gerecht werden kann.
-
Homöopathie und Naturheilkunde
Wir haben mit Homöopathie und Naturheilkunde bisher sehr gute Erfahrungen
gemacht. In unserem konkreten Fall der vorzeitigen Wehen brachten die
anthroposophischen und homöopathischen Mittel kein vollkommenes Abklingen
der Beschwerden. Wir sind jedoch der Meinung, dass man Homöopathie
und Naturheilmittel anwenden sollte. Tipps und Hinweise gibt es in »Die
Hebammen-Sprechstunde« von Ingeborg Stadelmann. Der Einsatz von
homöopathischen und naturheilkundklichen Mitteln sollte nur in Absprache
mit einer Hebamme oder Homöopathen/Arzt erfolgen. Bedacht werden
sollte allerdings, dass es durchaus in der Homöopathie zu einer "Erstverschlimmerung"
kommen kann, was bei vorzeitigen Wehen kritisch sein kann. Demgegenüber
sollte man allerdings auch die Nebenwirkungen der pharmakologischen Medikamenten
(wie z.B. Partusisten) bedenken.
Natürlich
ersetzen diese Maßnahmen nicht den Gang zum Facharzt oder Arzt des
Vertrauens. Wir
haben die Erfahrung gemacht, dass Gynäkologen/Innen eine regelmäßige
und intensive Überwachung der Schwangeren befürworten, die sich
häufig leider aber nur auf die rein körperliche Kontrolle des
Organismus beschränkt. Wird in der Vorsorgeuntersuchung dann etwas
diagnostiziert, trifft diese Diagnose die Schwangere durchaus völlig
unvorbereitet und Fragen entstehen oft erst nach dem Verlassen der Praxis.
Was sich für den Gynäkologen noch im völlig normalen Bereich
befindet, beunruhigt die Schwangere möglicherweise (z.B. die Diagnose
verkürzter Gebärmutterhals; Grundlage ist hier ein gemessener
Wert der mit einem Normwert und nicht mit den realen Werten aus früheren
Untersuchungen verglichen wird. Die Länge des Gebärmutterhalses
wurde zuvor ja nie ermittelt. Vielleicht war dieser also nie länger
und ist daher auch nicht verkürzt.). Prinzipiell ist der schöne
Begriff Vorsorge hier unseres Erachtens irreführend, denn in der
Regel finden keine
Vorsorgeuntersuchung statt, sondern eine Diagnoseuntersuchung, die lediglich
den momentanen körperlich messbaren Zustand wiedergibt.
Literaturhinweis:
[Schu96]: Christine
Schulz-Züllich, "Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen in
der geburtshilflichen Praxis" Int. J. Prenatal and Perinatal Psychology
and Medicine Vo. 8 (1996) Nr. 2; S. 219 - 226
>>
weiter zu 2. Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen >>
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